Tag der Pflege – wenn die Pflege selbst Patient ist


Kurz vorweg: der der Pflege geht es nicht gut – in allen Bundesländern herrscht Pflegekräftemangel, offene Stellen können inzwischen oft erst mit einer Frist von bis zu 6 Monaten besetzt werden. Auch in Brandenburg ist die Situation in der Pflege angespannt, von den fast 2,5 Millionen Brandenburgerinnen und Brandenburgern waren über 112 000 in 2016/2017 pflegebedürftig und deren Anteil wird in Zukunft stark steigen. Gute Pflege bedeutet mehr als „sauber – trocken – satt“. Sie soll den auf Pflege Angewiesenen ein Höchstmaß an Teilhabe, Selbstbestimmung und Lebensqualität in der Mitte unserer Gesellschaft ermöglichen. Um dies zu erreichen braucht es eine ganze Reihe von Maßnahmen, die sowohl die Attraktivität des Pflegeberufs steigert, aber auch die privat Pflegenden tatkräftig unterstützt und zur Entlastung beiträgt.

Weniger Bürokratie bedeutet mehr Zeit für die Pflege – die bisherigen Abrechnungs- und Dokumentationsmethoden müssen überdacht werden. Moderne Technik, neue Methoden und Ideen schaffen Raum für Pflege und mehr Lebensqualität für den Einzelnen. Pflegebedürftigkeit bedeutet nicht, abseits der Gesellschaft zu stehen. Durch neue Techniken und Methoden kann Betroffenen ein möglichst hohes Maß an Teilhabe und Selbstständigkeit gegeben werden (z.B. innovative Demenzdörfer oder Mehrgenerationenhäuser) diese gilt es zu fördern und auszubauen. Besonders für den Erhalt einer möglichst hohen Selbstbestimmung müssen dezentrale Pflegeangebote gestärkt werden. Kern aller Maßnahmen muss es jedoch sein, besonders den Pflegenden (egal ob beruflich oder privat) wirksame Entlastung zu bieten. Die Arbeit in der Pflege ist körperlich wie auch seelisch belastend und oft herausfordernd. Diese Arbeit muss entsprechend entlohnt werden – doch besonders wichtig ist auch die Gestaltung der Dienstpläne, die Verringerung der Arbeitsbelastung – mehr Erholungsmöglichkeiten.

Nicht selten gehen, besonders im Bereich der privat Pflegenden, die Menschen an ihre Grenzen und darüber hinaus, hier müssen wir Maßnahmen wie (entlastende Kurzzeitpflege, Kuren, Haushaltsunterstützung u.s.w.) stärker ausbauen und die Angebote niederschwelliger gestalten. Es gilt die Pflegebedürftigen über ihre Rechte zu informieren und den Angehörigen die möglichen Unterstützungsmaßnahmen an die Hand zu geben – aktiv zu informieren.

Die Pflege ist letztlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu deren Bewältigung wir gemeinsam arbeiten müssen – und deren Uhr immer schneller läuft. Die Politik muss hier die Weichen richtig stellen – schneller und konsequenter als bisher…. und planvoller!