Waldbrandbekämpfung beginnt VOR dem ERSTEN Funken


Wir müssen nicht darüber diskutieren, dass offenes Feuer, brennende Zigaretten oder Glasscherben, Flaschen u.s.w. nicht in den Wald gehören – schon gar nicht, wenn Waldbrandgefahr besteht.

Reden wir stattdessen mal darüber, wie es sein kann, dass ein Gebiet von über 600 ha in Brandenburg in Brand geraten kann. Reden wir davon, welche Folgen es hat, wenn hauptsächlich Nadelwald im Forst steht, wenn der Landesforstbetrieb mit einem Altersdurchschnitt von 57 Jahren und ohne fundierte Aufgabenkritik sich immer neuen Reformen und Reförmchen stellen muss und am Ende zu wenig Personal den Tagesplan bestimmt. Reden wir davon, dass es zwar ein Waldbrandschutzkonzept gibt – dieses aber eher gemütlich auf dem Papier steht, statt prioritär umgesetzt zu werden. Diskutieren wir über die viel zu langsame Errichtung von Löschwasserbrunnen oder Löschwasserzisternen – damit nicht kilometerweit Schläuche durch den Wald gezogen werden müssen, oder sprechen wir von den vielen freiwilligen Feuerwehrleuten, die sich der Aufgabe Waldbrand stellen – ohne entsprechende Schulung in dieser Thematik und mit nur subotimaler Ausrüstung für diese Aufgabe. Sprechen wir auch über die schlafende Gefahr unter dem brennenden Waldboden und unter den Bäumen – das Erbe aus militärsischer Nutzungshistorie und Kriegen: Kampfmittel, oft Jahrzehnte alt, aber immer noch bereit, jederzeit umzusetzen.

 

Brandenburg ist Waldland. Unsere Wälder brauchen die Erfahrung unserer Förster und diese brauchen – wie die Feuerwehren – sichere Arbeitsbedingungen. Wir müssen den Waldumbau vorantreiben;- der Landesfortbetrieb muss endlich die Unterstützung aus Politik und Ministerien bekommen, die für diese Aufgabe erforderlich ist. Waldumbau ist nichts anderes als Waldbrandprävention. Es braucht auch genügend Wundstreifen, die auch stetig gepflegt werden müssen, es braucht genügend Löschwasserentnahmestellen, Schulungen und eine geeignete Ausrüstung. Im Schutzkonzept muss auch die Kampfmittelbelastung ausreichend Berücksichtigung finden und es braucht einen gemeinsamen Plan für alle Waldbesitzer.