Über Menschenrechte und bunte Fahnen


Symbole sind lange nicht alles. Ja, Symbole sind durchaus wichtig – wir können mit ihnen unsere Einstellung zu bestimmten gesellschaftspolitischen Themen öffentlich machen, wir können Farbe bekennen, uns solidarisch erklären und anderen Mut machen.

Ein Problem entsteht dann, wenn geglaubt wird: das reicht. In den letzten Tagen konnte man die engagierte Diskussion zur Regenbogenillumination des Stadions anlässlich des EM-Spiels Ungarn : Deutschland verfolgen.

Und ja, es wäre wichtig zu zeigen, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen so wenig über seine Menschenwürde und -rechte zu entscheiden hat wie sein Geschlecht, seine Herkunft, seine Hautfarbe … Und ja, die aktuellen Ereignisse in Ungarn sind hier alle Kritik wert.

Doch bleiben wir beim Fußball, stellt sich die Frage: Was ist mit der WM in Katar? Was ist mit den Menschenrechten in Saudi-Arabien? Was mit der Türkei? Und schlussendlich, was ist eigentlich grundsätzlich mit dem Thema Fußball und Homosexualität – wie ist hier das Klima gegenüber Homosexuellen?… Die Liste ließe sich verlängern. – Ja, Symbole sind wichtig, Solidarität ist wichtig, aber diese darf sich nicht im platzieren von bunten Farben erschöpfen-innenpolitisch wie außenpolitisch ist unsere Gesellschaft aufgefordert klarzustellen: Menschenrechte sind universell und deshalb braucht es nicht nur die Nutzung von Symbolen sondern eben auch den Einsatz von politischen Instrumenten.