Tag 7… Konversion und Kampfmittelräumung – wie weiter?


Die Konversion ehemals militärisch und/oder industriell genutzter Liegenschaften (z.B. ehem. WGT-Flächen) stellte und stellt in Brandenburg eine wichtige Herausforderung dar. Brachflächen führen für die betroffenen Gemeinden für dessen Entwicklung und Vermarktung in der Regel (infolge von Altlasten- und Kampfmittelbelastungen) zu erheblichen Mehrkosten. Kosten welche z.T. die Möglichkeiten der einzelnen Gemeinden deutlich übersteigen. Diese Situation wurde bis zu diesem Jahr durch Zuwendungen des Landes oder/und der EU teilweise entschärft.

Dazu FOKUS (Forum für Konversion und Stadtentwicklung): „Die wesentlichen Konversionserfolge wurden bislang durch Mittel des Europäischen Strukturfonds (OP-EFRE) ermöglicht.“ Derzeit läuft die aktuelle EU-Förderperiode aus und die neuen Fördertitel bzw. Programme werden definiert. Es ist derzeit mehr als unklar, ob der Konversion auch in der kommenden EU-Förderperiode der gebührende Stellenwert im operativen Programm EFRE mit Erhalt des eigenen Titels zugemessen werden wird.

Dabei sind die Herausforderungen welche sich durch die Konversion im breiten Umfang an die Gesellschaft stellen keineswegs bewältigt, immer noch liegen mehrere Liegenschaften  brach, inklusive aller Belastungen. Dabei stellen diese Brachflächen für die jeweiligen Gemeinden ungenutztes Kapital dar. Nicht nur aus ökonomischen sondern auch aus ökologischen Gründen müssen Wege gefunden werden, die Konversion in Brandenburg und in Deutschland konsequent voranzutreiben. Dazu benötigen Länder und Gemeinden auch die Unterstützung des Bundes – denn diese Aufgabe ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Gleichzeitig bildet die Umnutzung dieser Flächen auch eine Chance für die anliegenden Gemeinden und einen Beitrag für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement  und damit für die Umweltschonung.

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Über die aktuelle Problemlage diskutierte ich mit dem Vorstand des KOMZET e.V.  – dem Kompetenzzentrum für Kampfmittelräumung und Konversion e.V. Dabei handelt es sich um einen bundesweiten Zusammenschluss aus Akteuren der Konversion und Kampfmittelräumung. KOMZET e.V. unterstützt als Mitglied des FOKUS auch in Brandenburg den Konversionsgedanken und kämpft für ein öffentliches Bewusstsein über die Herausforderungen welche Brachflächen (militärischer oder industrieller Natur) darstellen. 

Ein weiterer Aspekt der Arbeit des Vereins ist die Kampfmittelräumung. Das Problem der Kampfmittelbelastung stellt in Deutschland noch für die nächsten Jahrzehnte eine Aufgabe dar – welche an Brisanz Jahr für Jahr zunimmt, da  Kampfmitteln z.B. Blindgängern, infolge der steigenden Instabilität das Gefahrenpotenzial im Zeitablauf keineswegs abnimmt.  

  KOMZETIm Gespräch mit A. Glase (Stellvertretende Vereinsvorsitzende und ehem. Europaabgeordnete) dem Vorsitzenden W.Werner und dem Geschäftsführenden Vorstand Herrn A. Döring

Als Geoökologin bin ich auf diesem Gebieten bereits seit etlichen Jahren aktiv – dieses Thema wird mich weiter beschäftigen.  Auch im Wahlkreis 61 stellen sich aktuell noch Konversionsprobleme, die bewältigt werden müssen – eine Aufgabe, welche auch und besonders eine direkt gewählte Bundestagsabgeordnete dieses Wahlkreises stellen sollte.