Tag 6….Der Blick aus dem Weltraum – Raumfahrt in Potsdam


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Auf Einladung der Potsdamer Niederlassung der Firma  Infoterra GmbH, einem Geschäftsbereich der Astrium GmbH, lernte ich zusammen mit dem Prof. Martin Neumann (MdB) die Betriebsstätte mit knapp 100 Mitarbeitern in der Potsdamer Wilhelm-Galerie kennen.  Der Produktionsleiter Hr. Lünsmann und der Vertreter der Firma Astrium, Herr Ludwig, gewährten uns interessante Einblicke in das Unternehmen.

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Nach einem kurzen Überblick in die Arbeitswelt bei der Topographie-Verarbeitung konnten in einer abschließenden Diskussion zukünftige Potentiale sowie die sich verändernden Geschäftsprozesse diskutiert werden.

Astrium ist eine 100%ige Tochter des EADS (European AeronauticDefenceand Space Company), welches als europäisches Unternehmen  – nach Boeing – als das zweitgrößte Luft- und Raumfahrtunternehmen der Welt gilt. Die Tätigkeit von Astrium GEO-Information Services beschäftigt sich primär mit der Verarbeitung von Daten satellitengestützter Erdbeobachtungssysteme.

Als derzeit attraktivstes Projekt des deutschen Teils der Astrium GEO-Information Services, der Infoterra GmbH,  wurde uns der in PPP (Public-Private-Partnership) mit dem DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) betriebene stereoskope Scan der Erde vorgestellt. Dabei wird mittels der beiden deutschen hochauflösenden Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X eine umfassende Datensammlung erstellt, welches durchInfoterraprozessiert und später auch kommerziell vertrieben wird. Mit Hilfe maschineller Routinen ebenso wie manueller Prozesse entsteht daraus ein bereinigtes, digitales Höhenmodell des Planeten, welches ab 2014 vollständig unter dem Namen WorldDEM™ zur Verfügung stehen wird.  In einer kurzen Demonstration hatten wir Gelegenheit, die von einem kanadischen Partner entwickelte Software für die Visualisierung und Auswertung der Daten sowie die manuelle 3D-Bearbeitung kennen zu lernen.

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3 D-Bearbeitung – Präsentation

Die Einsatzzwecke eines solchen Modells sind vielfältig und denkbar von kommerziellen Nutzungen bis hin zu humanitären und ökologischen Auswertungen (http://www.astrium-geo.com/de/682-worlddem ). Insbesondere die Genauigkeit der hoch aufgelösten Bilder erlaubt stellenweise eine Messung bis auf wenige Höhenzentimeter, so dass gegenüber der bisherigen Fernerkundung völlig neue Fragestellungen denkbar sind. Dies betrifft beispielsweise auch Gebiete der Erde, die derzeit nur schwer zugänglich oder aus anderen Gründen so nicht erfassbar sind.

995715_10151689887242908_1526429169_nIm Gespräch mit Mitarbeitern

Für Unternehmen wie Astrium ist die Kooperation mit Forschung und Entwicklung in der Wissenschaft von immenser Bedeutung. Uns wurde bei dem Besuch deutlich, dass Infoterra zwar ein bemerkenswerter aber auch nur „ein“ Teil einer recht umfassenden regionalen Wissenschaft- und Industrielandschaft Brandenburgs auf diesem Sektor ist. In und um den Standort Potsdam haben sich in den letzten Jahrzehnten Kapazitäten entwickelt, die bereits heute weltweite Anerkennung finden. Nachdem die wissenschaftliche Kompetenz bereits heute global nachgefragt wird gibt es nun erste Initiativen hieraus wirtschaftliche Perspektiven zu entwickeln. Von der universitären Ausbildung über die Forschung bis hin zur kommerziellen Verwertung von Themen, die rund um die Erdwissenschaften wie Klimaforschung und Tektonik anzusiedeln sind, bildet eine Wertschöpfungskette, die für die Zukunft innovative High-Tech-Dienste, neue wettbewerbstarke Produkte, prosperierende Unternehmen und letztlich hochqualifizierte Arbeitsplätze in Brandenburg bietet. Für diese Vision lohnt der konzertierte Einsatz der gesellschaftlichen Kräfte. 

Mit Blick auf Naturkatastrophen, Vorwarnsystemen und Katastrophenmanagement, den Umgang mit Naturressourcen – von ihrer Erkundung bis zu ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung, die Logistik – vom Management unserer Verkehrsströme bis hin zur Sicherheit des internationalen Warentransportes können wir auf die Leistungen aus der Raumfahrt nicht mehr verzichten.  

Auch das ist politischer Auftrag für eine direkte Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis 61 : den Innovations- und Wirtschaftsstandort in der Region in und um Potsdam durch die richtigen Rahmenbedingungen zu stärken  – für unsere Zukunft!