#Mittwochsgedanke warum die MP- Wahl in Thüringen nicht einfach ist


Heute könnte es zur Fortsetzung der unendlichen Geschichte „MP-Wahl in Thüringen“ kommen. Da kommt das fragliche „wenn wir die Reichen erschossen haben“-Video für Herrn Ramelow, der sich auch umgehend davon distanzierte, wohl zu Unzeit.

Nun sagen einige: das mit dem Erschießen, dass war nicht ernst gemeint. Mag sein, doch man stelle sich vor, dieser Satz wäre in einem anderen Bezug (ersetze Reiche durch eine andere Bevölkerungsgruppe) und von einer anderen Partei gefallen – der Sturm der Entrüstung wäre ähnlich oder wahrscheinlich größer ausgefallen – und das wäre auch gut so.

Für mich ist gar nicht so entscheidend, was die Dame sagte (das fällt für mich unter entsetzlicher Dummquatsch), sondern das Fehlen jeglicher erkennbar ablehnender Reaktion daraufhin im Saal. Und ganz besonders die Reaktion des Bundesvorsitzenden, der in seiner Antwort was von „zu nützlicher Arbeit einsetzen“ fabulierte und damit fragwürdige Erinnerungen weckte – statt sich umgehend und klar dagegen zu positionieren und seine Genossin zur Ordnung zu rufen. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich auch an die Demonstration in Erfurt, wo mit der Forderung „30 Jahre sind genug“ die FDJ zusammen mit linken Parteien und Gewerkschaften durch die Stadt marschierten.

Und nun auch noch der Herr Klingbeil, welcher der FDP attestiert, keine demokratische Partei der Mitte mehr zu sein, sich aber befleißigt, genau diese Partei zur Unterstützung der Linken in Thüringen aufzurufen, damit das „Chaos nicht noch größer wird“ oder gar die AfD den Ministerpräsidenten stellt. Jene AfD übrigens, deren ehemaliges Mitglied – damals noch mit AfD Parteibuch – für Herrn Ramelow stimmte und damit die Wahl des ersten linken Ministerpräsidenten besiegelte.

Dass für die FDP die Wahl eines Kandidaten der AfD indiskutabel ist, versteht sich von selbst, dass auch Ramelow angesichts des Agierens der letzten Wochen schwerlich auf Stimmen der Liberalen bauen kann, dürfte nachvollziehbar sein. Was bleibt?

Ein Nein sieht die Wahlordnung nicht vor – maximal eine Enthaltung. Denkbar wäre auch ein anderes Signal, das auch schon früher genutzt wurde: das Ungültigmachen des eigenen Stimmzettels. Doch auch das wäre nicht mehr als ein Symbol. Und man stelle sich die Spekulationen vor, sollte einer der beiden Kandidaten mehr Stimmen auf sich vereinigen können als dies das eigene Lager vermuten lassen würde…

Man wünschte sich da die Kandidatur eines Kandidaten, der die Unterstützung von SPD, Grünen, CDU und FDP für sich gewinnen könnte … aber nunja – Sie können sich sicher erinnern.