#Mittwochsgedanke – meine Antwort auf Boris Plamer


„Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“

Diese Worte von Boris Palmer führten zu einem Sturm der Entrüstung. Ja, es mag sein, dass dem Einzelnen nur noch wenig Zeit bleibt, doch schlussendlich kann niemand wissen, wie viele Tage ihm tatsächlich vergönnt sind. Und meiner Ansicht nach ist es richtig, Menschen vor einem qualvollen Tod zu bewahren, wenn dieses vermeidbar ist. Dabei spielen weder das Alter noch Vorerkrankungen eine Rolle. Diese Differenzierung ist außerhalb einer Triage (die gegenwärtig zum Glück für uns alle in Deutschland nicht erforderlich ist) absolut unzulässig und mit meiner Vorstellung einer Gesellschaft nicht vereinbar.

Nun sagte Palmer diesen Satz vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Folgen, die der weltweite Lockdown besonders auf die Ärmsten dieser Welt hat. Folgen, die im Extremfall ebenfalls Menschenleben kosten werden – und ja, diese Gefahr ist real.

Es kommt darauf an, BEIDES miteinander zu verbinden: die Verantwortung jedes EINZELNEN im Umgang mit der gesundheitlichen Bedrohung, die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber JEDEM Mitglied dieser Gesellschaft, die Verantwortung der Politik wie auch die jedes Bürgers für die Wahrung der Grundrechte und Grundlagen unserer Gesellschaft, zu der eben auch die Wirtschaft als wesentliches Element gehört. Dazu gehört genauso die Verantwortung der Weltgemeinschaft gegenüber denen, die infolge von Katastrophen, Hunger, Krieg etc. an Leben, Gesundheit und Zukunft bedroht sind.
Und – machen wir uns doch mal ehrlich: ein Blick in die Welt wie auch in unser Land zeigt: es gibt immer noch Vieles, was man besser machen könnte und sollte, besonders dann, wenn man die Worte des Herrn Palmer in Frage stellt. Es wäre gut, machten wir es als Weltgemeinschaft wie als Individuen in Zukunft besser.