#Mittwochsgedanke – doch dann kam die TAZ


Eigentlich wollte ich zur Causa Thüringen im weiteren schweigen. Schließlich ist ja alles von jedem in dieser oder jener Form gesagt. Doch dann…. kam die TAZ….

Wir alle beklagen die Übergriffe auf Parteifreunde, ihre Familien oder Einrichtungen der Partei. Veranstaltungen am anderen Ende des Landes mussten abgesagt werden oder brauchten Polizeischutz. Die Wahlkämpfer in Hamburg stehen im Sturm und der heißt nicht #Sabine, sie müssen sich des Verdachts erwehren rechtsradikal zu sein, da werden Plakate von Kandidaten jüdischen Glaubens genauso verunglimpft wie derer mit Migrationshintergrund oder den Urgesteinshamburgern.

Und, auch das gehört zur Wahrheit: die Übergriffe auf politisch Aktive ist etwas was ALLE – wirklich alle Parteien betrifft- im Augenblick eben besonders die Mitglieder der FDP. Es stellt sich doch die Frage, wie in aller Welt soll in Zukunft Politik aussehen? Wer macht sich – vollkommen unabhängig von der jeweiligen Partei – noch auf den Weg um Politik zu gestalten – wenn am Ende u.U. Drohungen, Übergriffe oder sogar Schlimmeres stehen? Wenn nicht einmal Kinder sicher sein können? Und ich frage ich mich, ob unser Demokratieverständnis auf die Therapiebank muss oder zumindest ein Intensivkurs „Streitkultur“ verordnet werden kann….

So und nun zur TAZ – während diese Übergriffe allseits verurteilt werden…. titelt die TAZ im „SatireTeil“:

„Ein Schurke, der die Welt beherrschen wollte, aber nach kurzer Zeit scheiterte: der Möchtegern-Ministerpräsident Thomas „Skinhead“ Kemmerich“

was folgt, ist ein Beitrag der jenseits allem liegt, was ich mir von der TAZ bislang vorstellen konnte – quasi eine verbale Brandbombe. Ja, man mag sagen Satire! Das ist Satire – und die darf bekanntlich alles! Nur ist die Stimmung im Augenblick nun mal nicht geeignet, einen derartigen Brandbeschleuniger zu kompensieren.

Derweil ist in Thüringen die Pattsituation mitnichten gelöst – was die Fraktionsvorsitzende der Partei „Die Linke“ zu einem, sagen wir unkonventionellen, Vorschlag greifen lässt: Sie erläutert im Morgenmagazin der staunenden Öffentlichkeit:

„Wir werden #BodoRamelow nur aufstellen wenn wir wissen, dass wir demokratische Mehrheiten haben….“ (soweit verständlich) – auf die Frage des Moderators „Aber Sie können nicht ausschließen das die #AfD …“  folgt ein denkwürdiges „..das kann ich ausschließen wenn die Simmen dokumentiert sind“

Nun meint sie mit Sicherheit nicht, dass die Abgeordneten das Wahlgeheimnis brechen sollten – nur das diese öffentlich verkünden sollten – sie würden im weiteren Ramelow wählen. Wohlgemerkt – die Abgeordneten der CDU oder FDP – 4 oder 5, sollten sich nach ihrer Vorstellung auf dem Altar der Linken Wahlvorstellungen öffentlich outen – und zwar VOR der Wahl. Und ein Politologe einer Universität Bonn erklärt sogar – die „geheime Wahl“ von Ministerpräsidenten sollte abgeschafft werden.

Da wird ein Ostbeauftragter entlassen, und eine CDU Vorsitzende tritt zurück und andere werfen das Handtuch –  nur an dem Wahlverhalten an der aktuellen Realität in den Kommunen und Ländern wird dies alles nichts ändern.

Die Menschen haben in weiten Teilen unseres Landes die AFD gewählt – und viele werden sie wohl auch weiter wählen.

Wir haben Gemeinden mit einem Anteil von bis zu 40 % für die AFD bei Wahlen, wie wollen – wie können – wie sollen wir damit umgehen? Wie wollen wir mit den Radikalen aller Farben und Strömungen umgehen? Wie können wir die Ränder zugunsten einer breiten und in ihrer Meinung auch vielfältigen – aber demokratisch denkenden und handelnden Mitte zurückdrängen?

Eines dürfte klar sein: der bisher gegangene Weg war in dieser Beziehung eine sehr tiefe Sackgasse…