In der Politik braucht man ein dickes Fell?


„Politik kennt keine Freunde“, „die Steigerung von Feind ist Parteifreund“, „wer nicht mit Haien schwimmen mag, sollte nicht ins Becken tauchen“, „in der Politik braucht man ein dickes Fell“

…..solche und ähnliche Sprüche kennt wohl fast jeder und jede… Ich bin jetzt bereits über etliche Jahre Mitglied in einer Partei – mit Höhen und Tiefen- ob als Basismitglied oder auch in verschiedenen Funktionen.

Ich kenne auch die Arbeit einer Generalsekretärin (allerdings in einem verglw. kleinen Landesverband) – trotzdem: hier steckte ich viele – sehr viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit hinein, oft bis über die Belastungsgrenze hinaus – ich erfuhr Unterstützung und Kritik- Freundschaft und Wertschätzung aber eben auch ganz andere Dinge. Ich kenne Menschen (aus verschiedenen Parteien) die ähnliche Erfahrungen gemacht haben – manche zogen sich dann komplett zurück.

Politik/ Parteien jedich brauchen Menschen die MITGESTALTEN wollen, sie brauchen auch den Widerstreit der Ideen und mein Anspruch an meine Partei ist – dafür das richtige Klima zu bieten. Das bedeutet mitnichten KEINE Kritik zu äußern- sondern den Anspruch eines respektvollen Umgangs miteinander zu verwirklichen.

Es genügt nicht einen Code of Conduct niederzuschreiben- er muss gelebt werden (und zwar von allen). Wenn Parteien langfristig ein Mittel bleiben wollen, um unsere Demokratie zu gestalten- dann möchte zumindest ich gerne, dass möglichst viele Menschen- möglichst aller Geschlechter und verschiedener Altersgruppen ihren Weg in Parteien finden….und ehrlich gesagt sollte ein „dickes Fell“ dafür keine Zugangsvoraussetzung sein.Und – ich schiebe noch einen kleinen Gedanken hinterher: Koalitionen werden NACH Wahlen geschlossen…. vorher gilt es, sich erstmal der eigenen Inhalte zu versichern und die Wähler dafür zu gewinnen einen Auftrag zur Wahrnehmung ihrer Interessen zu erteilen….