Ihr musst lauter sein! Gedanken zum 8. März


Frauentag – nun ist es soweit – jetzt haben wir sogar einen Feiertag bekommen (na gut, nur im ach so progressiven Berlin, aber immerhin 😉 ) – jetzt könnten wir doch wohl zufrieden sein?

Blickt man in die Welt, ist schnell klar: der Grundsatz, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben, ist für viele Frauen dieser Welt eine Utopie. Sie leben in Ländern, in denen Männer die Gesetze machen, sie leben in Kulturen, in denen Männer über ihr Schicksal und ihre Sexualität bestimmen, sie leben in Gesellschaften, in denen die körperliche Unversehrtheit von Frauen keine Stellung hat. Sie leben in der Selbstverständlichkeit von körperlicher Unterdrückung, Gewalt und Unfreiheit. Ihr Leben wird besiegelt mit dem Geschlecht, welches ihnen ihre Gene gaben – ein selbstbestimmtes, freies Leben ist ihnen verwehrt und muss hart erkämpft werden.

Doch hier in Deutschland? Hier ist doch alles gut – oder? In unserem Land ist die Gleichberechtigung der Geschlechter rechtlich fest verankert. Vor 100 Jahren konnten Frauen erstmals wählen – und sich wählen lassen, vor 100 Jahren sprach erstmals eine Frau vor den Abgeordneten. Frauen können wählen, gewählt werden. Wir Frauen dürfen unsere Stimme erheben, arbeiten gehen, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen, frei entscheiden was wir anziehen, wen wir lieben oder wen wir heiraten wollen. Wir leben in sexueller Selbstbestimmung, können entscheiden, welchen Beruf wir ergreifen wollen. Doch wir dürfen uns immer noch nicht frei informieren, wenn wir eine Schwangerschaft abbrechen wollen. Mit dem § 219a spricht man uns Frauen ganz offensichtlich die Fähigkeit ab, rational zu entscheiden und zwischen Werbung und Information zu unterscheiden. Auch in Deutschland gibt es Zwangsehen, auch in Deutschland gibt es häusliche Gewalt … ja auch in Deutschland gibt es all dieses und noch mehr.

Auch in den politischen Vertretungen fehlen oft Frauen; der Ruf nach einer Quote erschallt. Wollen wir das wirklich? Wollen wir uns darauf festlegen lassen? Wollen wir uns wirklich „verbieten“ lassen, mit Männern um einen Listenplatz zu konkurrieren, wie dies die Folge des Paritätsgesetzes in Brandenburg ist? Frauen müssen den Wettstreit der Kandidaten nicht scheuen. Wahlfreiheit, sowohl aktiv wie auch passiv, ist ein unbedingt zu verteidigendes Recht eines jeden Menschen.

So unterschiedlich die Situation der Frauen in den verschiedenen Ländern dieser Welt ist, die wirkliche Kraft, dies zu ändern, tragen wir Frauen in uns selbst. Gleichberechtigung ist erst dann erreicht, wenn es egal ist, welches Geschlecht Du hast. Dieses Ziel gilt es zu erreichen!

Und da kann nur eines helfen: Wir uns selbst! Kommt in die Parteien! Mischt Euch ein! Mischt mit! Kandidiert! Macht Politik! IHR MÜSST LAUTER SEIN!