Frauentag? Fight for your right!


Heute ist der 8. März – heute ist „internationaler Frauentag“. Dieser geht auf eine Idee von Clara Zetkin zurück. 1911 demonstrierten Frauen zum ersten Mal für ihre Gleichberechtigung. Blickt man in unsere heutige Welt, ist schnell klar: der Grundsatz, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben, ist für viele der über 3,8 Milliarden Frauen dieser Welt eine Utopie. Ihr Leben wird durch ihr Geschlecht bestimmt, durch das, was ihnen Tradition und Männer an Rechten und Selbstbestimmung zugestehen. Sie haben eben nicht die gleichen Rechte wie Männer, können über ihren Körper, ihre Sexualität, ihren Beruf, ihre Bildung – ja selbst über ihre Kleidung nicht selbst bestimmen. Sie leben in der Selbstverständlichkeit von körperlicher Unterdrückung, Gewalt und Unfreiheit.

Und bei uns? Hier in Deutschland? Hier garantiert unser Grundgesetz die Gleichberechtigung, verbietet es die Benachteiligung von Frauen. Also, alles gut? Seit mehr als 15 Jahren steht eine Frau am Steuer unserer Regierung, seit über 100 Jahren haben Frauen das Recht zu wählen und sich wählen zu lassen, seit 2001 können Frauen uneingeschränkt in der Bundeswehr ihren Dienst leisten. Und trotzdem – zur vollständigen Gleichberechtigung fehlt noch ein ganzes Stück. Frauen stoßen in ihrer Karriere oft an gläserne Decken, tragen immer noch den Hauptanteil an der Familien-, Sorge- und Pflegearbeit. Ihre körperlichen Merkmale werden in der Gesundheits- oder auch Sicherheitsforschung unzureichend berücksichtigt.

Gewaltfantasien, Sexismus, Verachtung und Erniedrigung finden in so manchen modernen Musikbeiträgen eine Bühne. Hier werden BITCHES verprügelt, Alte backstage zerfetzt, Drogen ins Glas geballert, „Hauptsache, Joe hat seinen Spaß“. Oder man schlägt Zähne aus und hört nur das „Fotzengeschrei“. Auch in den sozialen Netzwerken bekommen Frauen die volle Bandbreite an Hatespeech zu spüren. In Kommentaren und Direktnachrichten werden sie bedroht oder erniedrigt. Und nein, nur weil Mädchen und Frauen in Deutschland leben, sind sie keineswegs sicher vor Traditionen wie Zwangsehen oder Beschneidung. Auch in Deutschland werden Frauen und Mädchen Opfer körperlicher und psychischer Gewalt.

In politischen Gremien sind Frauen – im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Bevölkerung – unterrepräsentiert. Sie stoßen bei ihrem Versuch politischer Teilhabe oft auf Schranken, die sich nur langsam heben. Vieles daran liegt in parteiinternen Strukturen begründet – an der Tatsache, dass die Vereinbarung von politischem Engagement, Beruf und Familie sich oft nur schwer vereinbaren lässt – eine Herausforderung, die Männer und Frauen oft unterschiedlich bewältigen, nicht zuletzt auch in Abhängigkeit von ihren Partnern und Partnerinnen.

So unterschiedlich die Situation der Frauen in dieser Welt ist, die wirkliche Kraft, dies zu ändern, tragen wir Frauen in uns selbst. Es braucht engagierte Menschen – vollkommen egal welchen Geschlechtes. Es braucht Euch! Es braucht Euch in der Wirtschaft, in der Kultur, in der Gesellschaft – es braucht DICH und DICH – es braucht Menschen, die umsetzen, was ursprüngliches Anliegen dieses Tages ist: Gleichberechtigung – und die ist erst dann erreicht, wenn es egal ist, welches Geschlecht du hast.

Und da kann nur eines helfen: Wir uns selbst! Kommt in die Parteien! Mischt Euch ein! Mischt mit! Kandidiert! Macht Politik!