Das Grundgesetz ist ein Versprechen …


auf die Selbstverpflichtung des Staates, die Würde des Menschen zu achten, auf Einhaltung der Menschenrechte, auf ein Leben in Selbstbestimmung, auf Unversehrtheit, auf rechtliche Gleichbehandlung aller Menschen, auf Gleichberechtigung der Geschlechter, auf ein Leben frei von Diskriminierung, auf Glaubens- und Religionsfreiheit, auf Meinungsfreiheit, auf Pressefreiheit, auf Informationsfreiheit, auf Kunstfreiheit und Freiheit von Forschung, Wissenschaft und Lehre, auf Versammlungsfreiheit, auf das Recht, Vereinigungen wie auch Gewerkschaften zu gründen, auf das Recht, sich als deutscher Staatsbürger frei im Bundesgebiet bewegen und niederlassen zu können, seinen Beruf, Arbeitsplatz und seine Ausbildungsstätte frei zu wählen, frei von Zwangsarbeit zu leben, auf die Unverletzlichkeit der Wohnung, auf den Schutz von Eigentum, auf den Schutz vor Verlust der Staatsangehörigkeit, den Schutz vor Auslieferung, die Möglichkeit für Asyl von politisch Verfolgten …

Auch wenn diese Rechte im einzelnen noch genauer reglementiert werden, ist dieses Grundgesetz letztendlich eine Verpflichtung nicht nur des Staates, nicht nur seiner Verwaltung, sondern letztendlich eine Verpflichtung für alle, die im Geltungsbereich unseres Grundgesetzes leben, eine Verpflichtung auf den Schutz der darin genannten Rechte, auf Ihre Durchsetzung und ihre Wahrung.

Dieses Grundgesetz wird nun 70 Jahre alt. Es wurde in seiner Geschichte oft reformiert, doch das wesentliche Versprechen dieses Grundgesetzes blieb immer unangetastet.

Ich habe meine Jugend in einem Land verbracht, in dem die freie Meinungsäußerung gefährlich und Pressefreiheit eine Utopie war, in dem Künstlern enge Grenzen gesetzt waren, Selbstbestimmung ein Traum war und die Lehre nicht frei.

Wenn wir wollen, dass das Versprechen des Grundgesetzes auch für unsere Kinder und unsere Enkel, für die Generationen nach uns gilt, ist es an uns, dieses Grundgesetz zu schützen und zu leben.