Internationaler Frauentag – Glückwünsche angebracht?


Der Internationale Frauentag geht auf eine Idee von Clara Zetkin zurück – zum ersten Mal demonstrierten 1911 Frauen für ihr Recht die gleichen Rechte wie Männer in Anspruch zu nehmen. Eigentlich ist es traurig, dass es im 20 Jahrhundert noch eines solchen Tages bedarf – schließlich sollten alle Tage des Jahres auch ein Frauentage sein. Es sollte gelten was die Idee dieses Tages war: Männer und Frauen ins in ihren Rechten wie ihren Pflichten gleichgestellt.

 

Blickt man in die Welt ist schnell klar: der Grundsatz das Frauen und Männer die gleichen Rechte haben – ist für viele Frauen dieser Welt eine Utopie. Sie leben in Ländern in denen Männer die Gesetze machen, sie leben in Kulturen in denen Männer über ihr Schicksal und ihre Sexualität bestimmen, sie leben in Gesellschaften in denen die körperliche Unversehrtheit von Frauen keine Stellung hat. Sie leben in der Selbstverständlichkeit von körperlicher Unterdrückung, Gewalt und Unfreiheit. Ihr Leben wird besiegelt mit dem Geschlecht, welches Ihnen ihre Gene gaben – ein selbstbestimmtes, freies Leben ist Ihnen verwehrt und muss hart erkämpft werden. Sie leben in einer Gesellschaft, in denen häusliche Gewalt oft nicht mal als Straftat betrachtet wird.

Aber in Deutschland gilt doch, die Gleichberechtigung ist rechtlich fest verankert: wir können wählen, gewählt werden, wir dürfen unsere Stimme erheben, arbeiten gehen, frei entscheiden was wir anziehen, wen wir lieben oder wen wir heiraten wollen, wir leben in sexueller Selbstbestimmung, können entscheiden welchen Beruf wir ergreifen wollen….tatsächlich? Auch in Deutschland leben Frauen die selbstbestimmtes Leben nicht führen können….

So unterschiedlich die Situation der Frauen in den verschiedenen Ländern dieser Welt ist – die wirkliche Kraft dies zu ändern tragen wir Frauen in uns selbst. Wir müssen, wie bereits die Frauen vor vielen Jahren in Europa, unsere Rechte einfordern, sich vernetzen, Öffentlichkeit schaffen und beharrlich Unterstützung suchen.

Wir sind Soldatinnen, Mütter, Lehrerinnen, Unternehmerinnen, Erzieherinnen, Gründerinnen, Sportlerinnen, Studentinnen, Auszubildende, Polizistinnen, Krankenschwestern, Pflegerinnen, Ingenieurinnen, Statikerinnen, Gutachterinnen, Mechatronikerinnen, Handwerkerinnen, Busfahrerinnen, Verkehrsplanerinnen, Feuerwerkerinnen, Sprengmeisterinnen, Wählerinnen, Nichtwählerinnen, Nachbarinnen, Verwaltungsangestellte, Steuerprüferinnen, Bäuerinnen, wir sind Gläubige, wir sind Atheistinnen,  wir sind Politikerinnen…..wir sind viele – wir sind stark – wir sind Teil dieser Gesellschaft

Eine starke Gesellschaft braucht starke Bürger und dazu zählen auch starke Frauen! Und ja – dazu zählen auch starke Männer!