Vom Recht auf ein selbstbestimmtes Leben


Ist ein selbstständiges Leben das Privileg des „gesunden“, „normalen“, „leistungsstarken“ Menschen? Ein Privileg das an Bedingungen wie Geschlecht, Hautfarbe, sexueller Orientierung, Familienstand, Einkommen, Herkunft, Bildung oder Gesundheit geknüpft ist?

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Haben Menschen die auf Pflege oder Assistenz angewiesen sind das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben?

Wer auf Pflege/ Assistenz angewiesen ist gibt einen erheblichen Teil seines Alltags, seines Lebens in fremde Hände – und dies zu einem nicht unerheblichen Preis. Diese Menschen benötigen in bestimmten Bereichen ihres Lebens Unterstützung – dabei ist der Bedarf so individuell wie jeder Mensch es ist, pauschale Lösungen gibt es nicht.

In meinen Augen ist Selbstbestimmung kein Privileg – es ist ein  Recht. Ein Recht um das viele Menschen aus unterschiedlichsten Gründen kämpfen müssen, und dazu gehören auch Menschen die auf Pflege oder Assistenz angewiesen sind. Es ist die Pflicht unserer Gesellschaft jeden Menschen den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen – soweit dies individuell möglich ist. Auch ein Mensch der wegen Krankheit oder Behinderung auf Unterstützung angewiesen ist hat das Recht auf Selbstbestimmung. Dieses Recht ist in meinen Augen die zwingende Leitlinie bei der immer stärker werdenden Diskussion um die Zukunft der Pflege und dem sogenannten Teilhabegesetz. In der derzeitigen Situation wie auch im geplanten Teilhabegesetz wird den betroffenen Menschen der Weg in ein weitgehend selbstbestimmtes Leben nicht vereinfacht – es wird ihm erschwert, ja sogar unmöglich gemacht!

Es ist richtig – Selbstbestimmung hängt von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab. Wo diese einem selbstbestimmten Leben entgegen stehen sollte eine starke Gesellschaft die Unterstützung gewähren, die erforderlich sind – eine starke Gesellschaft duldet nicht wenn ihre Mitglieder eingeschränkt werden.