20.09 – Weltkindertag


„Kindern ein Zuhause geben“ so lautet das Motto des diesjährigen #Weltkindertag am 20.09 – was so selbstverständlich – so einfach klingt ist weltweit – ist auch in Deutschland gar nichts so selbstverständlich wie es sein sollte. Immer noch stirbt von 1000 Neugeborenen jedes 43. Kind vor seinem fünften Geburtstag – sie sterben noch bevor sie ihr Zuhause richtig erobern konnten, 90 Millionen Kinder weltweit leiden an Unterernährung – für sie bietet ihr Zuhause nicht mal das Nötigte um ein starker, gesunder Mensch zu werden, ungefähr 570 Millionen Kinder leben in extremer Armut – ihr Zuhause bietet wenig Nahrung, medizinische Versorgung, Möglichkeiten der Bildung – 100 Millionen Kinder leben sogar ganz ohne ein Dach über den Kopf – ihr „Zuhause“ ist die Straße mit all ihren Gefahren.

 

Weltweit besuchen 57 Millionen Kinder keine Schule – sie haben keinerlei Zugang zu Bildung um später einmal ein besseres Zuhause aufbauen zu können. Für 120 Millionen Kinder bedeutet Zuhause auch statt lernen, spielen, chillen oder entspannen einfach nur Arbeit – ihr Einkommen muss zu Erhalt des Zuhauses beitragen.

Weltweit leben ca. 1,9 Milliarden Menschen unter 15 Jahren, fast 1,2 Milliarden Menschen sind zwischen 15 – 24 Jahren alt. 30,6 Millionen Menschen unter 18 Jahren sind weltweit auf der Flucht – für Sie ist das Wort „Zuhause“ schlichtweg ein Wort ohne Inhalt, die haben ihr Zuhause durch Krieg, Leid und Armut verloren – und sind nun auf der Suche nach dem was ein neues Zuhause werden könnte.

Und auch in den Industrieländern leben Kinder in Armut – können am gesellschaftlichen Leben ihrer Alterskameraden nicht ohne weiteres teilnehmen, auch hier sind Kinder von Misshandlung, Missbrauch und Gewalt betroffen – auch bei uns ist ein Zuhause nicht immer wirklich ein Zuhause.

„Kindern ein Zuhause geben“ ein Ziel, das viel, viel ambitionierter ist, als es uns zunächst erscheint.

Was ist ein ZUHAUSE das wir Kindern geben sollten? Ein Zuhause ist nicht einfach ein Dach über dem Kopf – ein Zuhause ist ein Ort der Geborgenheit, der Liebe – ein Ort in man wachsen und gedeihen kann, ohne Angst, ohne Gewalt. Ein sicherer Anker um ins Leben hinaus zu gehen und erwachsen zu werden. Ein Ort wo Menschen leben, die Kinder unterstützen, ihnen das Leben zeigen und sie ermutigen sich auszuprobieren und selbständig zu werden…Das ist das zu Hause, das wir Kindern geben sollten. „Kindern ein Zuhause geben“ bedeutet letztlich der Zukunft ein Zuhause zu geben – so wie der Weltkindertag nicht weniger ist als der Weltzukunftstag. Dafür muss die Gesellschaft – muss die Politik die richtigen Weichen stellen, die Rahmenbedingungen schaffen, welche es ermöglichen Kindern ein echtes Zuhause zu geben.

In diesem Zusammenhang steht auch die aktuelle Diskussion um die Etablierung der sogenannten Doppelresidenz – also der Möglichkeit im Fall von Kindern getrennt lebener Eltern bei BEIDEN Eltern ein Zuhause zu haben. Dieses Prinzip bricht mit alten Konventionen, es stellt das KIND tatsächlich in das Zentrum der Betrachtungen – nicht das was vermeintlich als Kindeswohl gedacht wurde. Kinder haben prinzipiell ein Recht auf beide Eltern – und Eltern gehen mit ihrer Élternschaft eine Verpflichtung ein – nämlich die den Kindern ein echtes Zuhause zu geben – und niemand hat das Recht zu sagen, das könne nur ein Ort sein.